Was bedeutet es, feministisches Denken von unseren Vorgänger*innen zu erben? Wie wandern Ideen durch Zeiten, Körper und Kämpfe? Und was wird sichtbar, wenn wir uns nicht nur den Theorien zuwenden, sondern auch den Leben und Umständen, die sie hervorgebracht haben?
Das Projekt «The Many Futures of Gender. Oral Histories of Feminist Theory» dokumentiert Gespräche mit Wissenschaftler*innen, die feministisches und intersektionales Denken massgeblich geprägt haben. Feministische Theorie ist dabei nicht eine Versammlung kanonischer Texte, sondern eine lebendige, umkämpfte und kollektive Praxis, die im Austausch und in Auseinandersetzung entsteht und vielfältige Spuren politischer Kämpfer und historischer Konstellationen in sich trägt.
Die Vernissage im Foyer des Stadttheaters Bern stellt dieses neue digitale Archiv der Öffentlichkeit vor. Nach einer Einführung gehen die Teilnehmer*innen in einem Podiumsgespräch der Frage nach, wie feministisches Wissen geerbt, weitergegeben, bewahrt, transformiert, verloren, wiedergefunden und verwandelt wird. Denn feministische Theorie ist nicht Geschichte, sondern ein fortlaufendes Gespräch: situiert, pluralistisch und nie zu Ende.
Eine Kooperation des Interdisziplinären Zentrums für Geschlechterforschung der Universität Bern mit Bühnen Bern